Es ist interessant: Wenn man einen Film nur hört und keine Bilder sieht, kann man ihn einigermaßen verstehen. Sieht man aber nur die Bilder und hat keinen Ton, dann ist man verloren. Ton & Musik sind wichtig. Und tolle Soundeffekte auch!


Download der Episode hier.
Opener: “And The Award for Sound Design Goes To Robin” von Raven Teen Titans Go!
Closer: „Chewbacca Sings the Blues“ von charsbass1
Beitragsbild: Rippey574 at en.wikipedia [CC BY 3.0], from Wikimedia Commons
Musik: „Twenty Six“ von Draco and the Zodiac / CC BY-ND 3.0



Ich hätte ja eine ganze Galerie an Bildern, die ich euch gerne zeigen würde. Aber das geht natürlich mit so einer Radiosendung gar nicht. Wir haben ja mehr eine Hörbeziehung. Hören ist ja auch eine wirklich tolle Sache. Das nehmen wir vielleicht gar nicht wichtig genug.

Einige Filme z.B. haben ein so gutes Sound-Design, das man sie problemlos auch ohne Bild hören kann. Das habe ich vor kurzem mit „Gravity“ gemacht. Den fand ich beim ersten Mal sehen sehr fesselnd und als ich ihn neulich anschauen wollte, ist mir in den ersten drei Minuten der fantastische Sound aufgefallen. Also habe ich ihn als Hörspiel genossen. Ist noch einmal anders und auch super spannend.

Der Sound ist auch beim Film ein wichtiges Element. Nur ein guter Sound und ein gutes Sound-Design ziehen die Aufmerksamkeit der Zuschauer wirklich auf den Film. Darum geht es heute um die besten Sound-Effekte aller Zeiten. Die wichtigsten, innovativsten oder die einprägsamsten. Mal schauen, was ihr erkennt.

/Clip „M“
O.k. klingt nicht wie ein Wahnsinns-Soundeffekt. Aber ist trotzdem genial. Das ist aus dem Film „M – Eine Stadt jagt einen Mörder“ von Fritz Lang. Von 1931. Der Tonfilm ist gerade mal vier Jahre alt. Und bis jetzt wurde er nur zum Reden und Singen eingesetzt. Aber Fritz Lang schafft mit dem pfeifenden Mörder, der hier gerade sein Opfer mit einem Ballon besticht, eine neue Art, Sound einzusetzen.

/Clip „Forbidden Planet“
Das ist schon aus „Forbidden Planet“ Hier hat der geniale Sound-Designer Louis Barron zum ersten Mal auf komplett elektronisch erzeugte Soundeffekte gesetzt. Im Jahre 1956. Wir hören in dem Clip das ID-Monster, wie es die fliegende Untertasse betritt. Diese Art der Soundeffekte sollte dann den Science Fiction lange bestimmen.

/Clip „Flash“
Das ist der Ring von Ming, the Merciless aus der Flash-Gordon-Verfilmung von 1980. Natürlich eher eine Parodie. So wie eben dieser kitschige Soundeffekt eine Verbeugung an Filme wie eben „Forbidden Planet“ ist. Eine Homage.

/Clip „Tarzan“
Der berühmte Tarzanschrei. Wahrscheinlich eben nicht Johnny Weissmüller, der da dem Dschungel die hohe Kunst des Jodelns vorführt. Sondern eher ein Abmischung aus dem Tonstudio, die mehrere Sänger kombiniert. Weissmüller konnte das ja auch in keiner Talkshow so richtig reproduzieren. Und in allen Filmen wurde immer dieser gleiche, legendäre Clip verwendet.
So, jetzt tapfer sein…

/Clip „Psycho“
Genau, die berühmte „Shower Scene from Psycho“. Wenn man das so isoliert hört, dann ist das viel gruseliger, oder? Man hört richtig das Messer schneiden. Ich hatte auch überlegt, die Verwandlung aus „American Werewolf“ zu verwenden, aber da wäre euch das Brötchen erst recht im Halse stecken geblieben.

/Clip „Alien“
Das ist „Mutter“ der Bordcomputer der Nostromo, dem Raumschiff aus Alien. Am Ende hört man diesen Countdown 10 Minuten lang und sonst eigentlich nichts. Das ist extrem bedrückend und ein beeindruckendes Beispiel für Sound-Design.

/Clip „Jurassic Park“
Und das war der T-Rex aus Jurassic Park. Das Sound-Design des ganzen Films ist grandios. Und wenn man genau hinhört, dann erkennt man, wie meistervoll hier viele verschiedene Frequenzen zusammen gemisch sind. Hört noch einmal hin: /Clip „Jurassic Park“

/Clip „Darth Vader
Diesen Sound kennt jeder. Darth Vader und sein Respirator. Sehr bedrohlich. Eine böse Mensch-Maschine. Die Soundeffekte von Star Wars sind vom Gott des Sounddesigns, von Ben Burtt. Sie sind eben in keinster Weise aus dem Synthie, sondern sind alle analog bearbeitet und abgemischt. So haben sie einen Anteil, der einem bekannt vorkommt und sind trotzdem fremd. Und von der vielen genialen Effekten aus Star Wars einen rauszusuchen, fiel mit echt schwer. Darum noch ein paar Lieblinge.

/Clip „Laserschwert“
Die Laserschwerter natürlich…

/Clip „Chewbacca“
…der Maschinistenhund Chewbacca…

/Clip R2D2
…und natürlich R2D2

Es gäbe noch viele Filme, deren Sounddesign einmalig ist, aber die sich nicht auf einzelne Effekte reduzieren lassen. „Das Boot“ z.B. oder „Der Dialog“ – auch ganz fabelhaft. „Saving Private Ryan“ oder „Eraserhead“ fällt mir noch ein. Und nicht zuletzt ein Animationsfilm „Wall-E“ von Pixar. Sounddesign wieder vom fabelhaften Ben Burtt.

2 Comments

Carsten
30. Juli 2015

Danke!
Mein Bedarf an Podcasts als Nebenbeibeduselung beim Arbeiten ist sehr hoch und tägliche Ausgaben daher willkommen. Aber der Explikator ist mehr und immer eine lohnende Pause. Unterhaltsame Informationen, die zu schade für eine halb- bis nicht wahrgenommene Nebenbeihörerei sind. Danke und nachträglichen Glückwunsch zum Einjährigen.
Carsten

    Stefan Strange
    30. Juli 2015

    Vielen Dank, Carsten für das Lob und die Glückwünsche!

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