Expl0522: Cluedo

Eines der Lieblings-Brettspiele unserer Familie war früher „Cluedo“. Das fanden alle toll und ich habe immer brav verloren. (Auch wenn ich mir alle redliche Mühe gegeben habe, das könnt ihr glauben!) Darum heute eine Hörspiel-Hommage. Und ein Gewinnspiel!


Download der Episode hier.
Opener: „Cluedo S01E01 Pt1“ von dddp666
Musik: „True Detective (2014)“ von The JACOB project / CC BY-NC-SA 3.0


[toggle title=”Skript zur Sendung”]
Heute gibt es zum zweiten Mal beim Explikator etwas zu gewinnen! Und zwar einmal ein Reisespiel, nämlich „Cluedo Kompakt“. Das wird unter all’ den richtigen Einsendungen verlost. Es gilt heute also für euch, einen Mörder zu finden. Ihr hört im Hörspiel alle Indizien, die ihr zur Aufklärung braucht. Passt also auf wie Sherlock Holmes!

Denn: Schon wieder ein lausiger Mord. Ich hatte eigentlich die Schnauze voll. Aber in seiner Villa war Doktor Schwarz ermordet aufgefunden worden. Kein Wunder, er hätte wissen können, dass andere ihm seinen Erfolg neiden würden. Er hatte ein spezielles chirurgisches Instrument zur Entfernung von Furunkeln erfunden. Seit dem Patent rollten die Dollars auf sein Konto wie die Schweizer Käse von Google zum Bahnhof.

Wie jedes Wochenende musste der alte Angeber auch dieses eine fesche Party mit der Schickeria feiern. Ihr kennt das ja: Champagner, Kaviar, Kokain und Goldbärchen. Widerlich. Und alles kostenlos. Das wurde jetzt sein Verhängnis. Die Ratten in der Oberschicht sind nicht anders als die anderen Ratten. Sie riechen bloß besser, glaubt mir.

Und wer musste die Scheiße wieder aufkehren? Ich. Aber das wird mein letzter Fall. Der Boss hat mich eigentlich schon gefeuert. Er meinte, zwei Päckchen Camel und eine Flasche Johnny Walker seien zuviel für einen guten Detective. Dann musste er mich noch anbrüllen. Kriegt noch einen Herzinfarkt, der Arme. „Und das noch vor dem Frühstück, Chandler! Sie sind raus! Werden sie doch P.I.!“ Na ja, dann hören wir uns die Verdächtigen noch einmal alle an…

C: „Sie sind also Reverend Green. Hm. Ein Mann des Glaubens. Sagen Sie mir, Reverend. Warum haben Sie den armen Dr. Schwarz ermordet?“
G: „Aber ich habe Dr. Schwarz nicht ermordet! Das Leben ist mir heilig! Es ist Gottes Gabe an seine Schöpfung!“
C: „Er hat ihre kleine Kirche immer großzügig unterstützt. Bis vor einem Jahr. Seitdem keinen Cent mehr für ihr drolliges Gotteshaus. Das ist ein Motiv!“
G: „Dr. Schwarz war ein großzügiger Spender, das stimmt. Aber er rang mit seinem Glauben. Und ich sollte ihm helfen. Darum hat er mich eingeladen. Da war kein Zwist zwischen uns.“
C: „Warum halten Sie eigentlich immer diesen Kerzenleuchter umklammert, Reverend? Und was ist das? Ist das Blut?“
G: „Äh. Ich will sofort meinen Anwalt sprechen!“

Soviel zu dem Pfaffen. Schauen wir ‘mal, was ich noch auf dem Diktiergerät habe. Ah. Klar. Fräulein Gloria Roth. Frollein. Wenn ich das schon höre…

C: „Frollein Roth. Sie waren die Geliebte von Dr. Schwarz, stimmt’s?“
R: „Ich… Aber nein! Wie kommen Sie denn darauf?“
C: „Na ja. Sie haben sich das Portrait, dass im Flur stand, genommen und feucht geheult.“
R: „Ja, es stimmt! Ich war seine Geliebte! Ist mir auch ganz egal, was Sie jetzt von mir halten! Ich habe ihn geliebt! Ich hätte ihn nie mit einem Dolch erstochen!“
C: „Woher wissen Sie, dass Schwarz erstochen wurde, meine Liebe?“
R: „Das? Äh… Das hat mir Oberst Gatow gesagt!“
C: „So so. Na ja. Stimmt ja auch. Aber erschossen, erschlagen und erhängt worden ist er auch noch. Gehen Sie, Sie Frollein…“

Und jetzt der dicke Soldat. Oberst Günther von Gatow. Preussischer Landjunker, denke ich ‘mal. Wählt wahrscheinlich die AfD. Ich muss aufpassen. Langsam spüre ich den Whiskey doch…

C: „Heil Hitler, Herr Gatow! Na, in jüngster Zeit ‘mal wieder jemanden erschossen?“
G: „Was erlauben Sie sich, Sie Prolet! In all’ den Jahren seit ich freiwillig aus dem Dienst am Vaterland ausgeschieden bin, habe ich nicht einmal eine Pistole in der Hand gehabt!“
C: „Wer hat denn von einer Pistole geredet, Herr Generalmajor?“
G: „Na, das Abschießen einer Haubitze im Musikzimmer hätten wir wohl gehört, oder?“
C: „Aha! Musikzimmer! Sie machen sich äußerst verdächtig, Herr Obersturmbannführer!“
G: „Ich verbitte mir das, Sie… Sie… Sie… Zivilist!“

Auch ein Griff ins Klo. Mann, der hatte ja echt einen Besenstiel im Arsch, der Alte. Wer ist die Nächste…

C: „Frau Elvira Weiß. Setzen Sie sich. Sie waren die Haushälterin vom guten Herrn Doktor. Sie wissen, dass der Mörder immer der Butler ist, oder? Also: Gestehen Sie!“
W: „Aber ich habe Herrn Doktor Professor Schwarz immer verehrt! Er war immer sehr nett zu mir und meinem Mann! Und jetzt bin ich wieder arbeitslos. Und das in meinem Alter. Oh, mein Gott…“
C: „Hören Sie auf mit dem Geheule. Dr. Schwarz hat Ihnen alles vererbt. Sie sind reich. Und das wussten Sie und konnten es nicht mehr erwarten. Darum haben Sie mit diesem Heizungsrohr nachgeholfen, stimmt’s?“
W: „Da ist also das fehlende Stück Heizungsrohr! Kein Wunder, dass es hier so kalt ist. Bitte geben Sie mir das wieder…“
C: „Äh. O.k. Hier.“
W: „Kann ich jetzt gehen?“
C: „Ja. Klar….“

Dieser Fall hatte mehr Indizien als Kim Kardashian Pickel auf dem Po. Ausgerechnet mit so einem klassischen Whodunnit musste ich meine Karriere beenden. Wenn da nicht mein Freund Johnny vorbeigewalkert wäre, dann hätte ich alles hingeschmissen.

C: „Baronin von Porz! Ich verhafte Sie hiermit für den Mord an diesem Doktor Dings. Braun. Nee, Schwarz! Sie haben ihn im Arbeitszimmer mit der Rohrzange erhängt! Gestehen Sie, dann werde ich das nicht der Bild-Zeitung erzählen!“
P: „Sehr amüsant, Herr Detective. Sehr amüsant. Aber welch’ Motiv hätte mich dazu bringen können, diese physikalisch wohl kaum umsetzbare Tat zu bewerkstelligen?“
C: „Ihre Familie plant schon seit langem, diese Villa abzureißen und einen Golfplatz exklusiv für Adelige zu bauen. Der Doc war Ihnen schon immer im Weg. Geben Sie’s doch einfach zu, Sie blaublütige Schlange!“
P: „Ich weigere mich, dieses Gespräch fortzusetzen, wenn Sie mich toujours beleidigen. Adieu, mon cher!“
C: „Sie bleiben hier, wenn ich es sage! Ich bin hier der Boss! Hallo? Hallo? Pfft. Macht auch nichts!“

Es war zum Mäusemelken. Alles voller Verdächtiger. Sechs verschiedene Mordwaffen. Und die Teile der Leiche in allen Zimmern verteilt. Das war nicht zu schaffen. Doch dann hatte ich eine rettende Idee – ich holte mir einfach noch eine Flasche von der Bar im Salon. Gin ist besser als Butter, Mutter.

C: „So, Herr Professor Bloom. Ich habe alle befragt, Sie sind der Letzte. Sie können auch einfach gestehen. Alles ist mir glasklar. Der Tatvorgang zeichnet sich vor meinem vernebelten inneren Auge glasklar ab. Da sind die zwei Doktoren Schwarz…“
B: „Hören Sie auf! Quälen Sie mich nicht weiter!“
C: „Und da stehen Sie. Und ihr Zwillingsbruder? Warten Sie, wenn ich mir das eine Auge zuhalte…“
B: „Ich gestehe! Ich habe Dr. Schwarz umgebracht! Den Quacksalber! Dieser neureichen Esoteriker! Mystiker! Irrationaler Spinner Wissen Sie, an was der glaubte?“
C: „An Furunkel.“
B: „Furunkel?“
C: „Das steht so in den Akten…“
B: „Er lehnte die Kopenhagener Interpretation ab!“
C: „Was hat das bitte mit IKEA zu tun?“
B: „Er behauptete, es sei ein Fehler, das Betragsquadrat der Wellenfunktion, die den Zustand eines quantenmechanischen Systems beschreibt, als Wahrscheinlichkeitsdichte aufzufassen!“
C: „Und deswegen musste er sterben?“
B: „Klar. Quantenphysik ist keine Ponywiese, Detective! Ich habe ihn erschossen, erstochen, erwürgt, ihm die Knochen gebrochen, ihn in Einzelteile zersägt und in alle Zimmer verteilt, um die Welt von diesem Hokuspokus wissen zu lassen. (lacht diabolisch)
C: „Alles klar. Fall gelöst. Prost!“

So, soweit die Indizien, liebe Hörende! Ihr könnt jetzt, wo ihr alle Fakten kennt, selber schlussfolgern und rätseln, wer Dr. Schwarz wohl ermordet hat. Und wie. Und wo. Eure Lösung schickt ihr mir entweder über Twitter @DerExplikator, über das Kontaktformular der Website explikator.de oder einfach per Email an oliver@explikator.de

Der Gewinner erhält eine Kompaktversion des Spieleklassikers „Cluedo“. Das hat mir und meiner Familie immer Spaß gemacht. Diese Sendung ist eine Hommage an ein Klasse-Brettspiel. Und nein, ich bekomme keinen Pfenning dafür. Denn ich habe einen ganz anderen Sponsor! Achtung: Werbeinblendung!

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Hach. Das wollte ich schon immer machen. Da war ich den amerikanischen Kollegen immer neidisch!
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