Wa Meta – Explikator https://explikator.de Mon, 07 Sep 2026 15:52:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Notausgabe https://explikator.de/2026/09/07/notausgabe/ Mon, 07 Sep 2026 15:52:29 +0000 https://explikator.de/?p=965

Bei mir ist zu viel los. Darum erscheint der Explikator in nächster Zeit wahrscheinlich unregelmäßiger. Das kann ich natürlich erklären. Was ich in dieser Sendung auch mache.

]]>
Italia! [Archiv] https://explikator.de/2026/08/06/italia/ Thu, 06 Aug 2026 16:28:49 +0000 https://explikator.de/?p=870 Unterstützende hören diese Episode hier bei Steady oder hier bei Patreon.

Warum Italien? Warum bist Du ausgewandert? Und wie ist das jetzt, nach fünf Jahren, für Dich? Wegen der vielen Fragen von Hörenden (eine E-Mail), beantwortet der Explikator heute alle wichtigen Punkte.

Skript
]]>
100 Episoden! [Archiv] https://explikator.de/2026/06/30/100-episoden/ Tue, 30 Jun 2026 17:01:57 +0000 https://explikator.de/?p=727 Unterstützende hören diese Episode hier bei Steady oder hier bei Patreon.

Jetzt hat der „neue“ Explikator schon hundert Episoden auf dem Buckel. Statt Champagner und Feuerwerk gibt es heute einen Einblick auf meine Seite des Mikrofons.

]]>
Amiga Joker & Brork [Archiv] https://explikator.de/2026/05/27/amiga-joker-brork/ Wed, 27 May 2026 18:33:13 +0000 https://explikator.de/?p=607 Unterstützende hören diese Episode hier bei Steady oder hier bei Patreon.

Ein paar Jahre habe ich für den Joker-Verlag gearbeitet und Logos entworfen, Seiten layoutet oder Comics gezeichnet. Heute also ein Blick in die Anfangstage der Computer in Zeitschriftenbüros und als Zugabe: Der beste Gag, den es je in einem Brork-Comic gab.

Skript

Vor vielen Jahren betrat ein junger Mann unsere Werbeagentur, die ihre beste Zeit auch schon hinter sich hatte. Noch war die Arbeit sehr analog, aber in der Ecke stand schon der erste MacIntosh, für den wir uns eine nagelneue Software geleistet hatten. Photoshop. Version 1.0. Das Photo im Namen von „Photoshop“ war mehr eine Zukunftsvision, denn in Ein-Bit-Darstellung verliert selbst die Mona Lisa ihr Lächeln.

Dieser junge Mann trug sich mit dem Gedanken eine Computerspiele-Zeitschrift herauszugeben, die sich nur einer Plattform widmen sollte, dem damals verbreiteten Amiga. Ein Rechner, der der Konkurrenz einiges voraushatte, so dass man in den eigenen vier Wänden Games zocken konnte, die grafisch nicht viel schlechter waren als die in den Spielhallen.

Wir waren uns sympathisch und teilten eine Vorliebe für eher triviale Vergnügungen. Ich habe Michael Labiner dann gleich eine graphic novel geliehen, die mich damals umgehauen hatte. „The Killing Joke“ von Brian Bolland und Alan Moore. Das Cover ist berühmt: Man sieht den Joker, wie er aus dem Cover heraus ein Foto des Betrachters knipst.

Dieses Cover hat auf jeden Fall beträchtlich dazu beigetragen, dass der Name des Magazins dann „Amiga Joker“ wurde und nicht „Amiga Zocker“. Ich habe eine Joker-Comicfigur entworfen und das Logo gezeichnet und auch ein paar Cover illustriert – aber die waren nicht besonders gut.

Es war 1989 und natürlich wollten wir auf Desktop Publishing setzen, statt auf den klassischen Textsatz oder die Vierfarb-Reprografie. Das dauerte seine Zeit, ich und mein Kollege mussten einen Kredit aufnehmen, um uns die Rechner und die restliche Hardware überhaupt leisten zu können.

So ein farbfähiger Mac kostete um die 10.000 Mark und der postscriptfähige Laserdrucker dazu noch einmal 4.000 Mark. Und von den zentnerschweren 20-Zoll-Monitoren brauchen wir gar nicht anfangen. Wir zwei saßen uns im Büro gegenüber und haben uns gegenseitig angestrahlt. Einmal hatte ich den Traum, dass sich unsere Schattenrisse auf immer in die Raufasertapete eingebrannt hatten.

Für uns Grafiker war die neue Technologie wie eine Superkraft. Dass Superkraft mit Verantwortung verbunden ist, war damals noch keine bekannte Binsenweisheit. Und so haben wir verantwortungslos alles versucht, was nun plötzlich doch machbar war.

Jeder Test hatte sein ureigenes Layout, mit bunten Hintergründen und ausgeflippten Überschriften – alles, was man auf Letraset so kaufen konnte. Das Bewertungskästchen in der Ecke wurde, je nach Note, von einem Joker-Kopf gekrönt. Bei Werten über 80 Prozent strahlte er über beide Backen, bei 20 Prozent oder weniger kotzte er einen giftgrünen Strahl.

Dann wollten wir natürlich möglichst viele Fotos verteilen, damit die Lesenden einen Überblick über das besprochene Game gewinnen konnten, was dazu führte, dass die Seiten mit briefmarkengroßen Screenshots tapeziert waren.

Aber auch in der Redaktion wurde alles dafür getan, dass der Amiga Joker gute Unterhaltung wurde. Es gab eine Girl-Seite, Dr. Freak berichtete aus der Demo- und Hackerszene, eine Doppelseite war Arkadespielen gewidmet, ein Merchandising-Shop wurde eingerichtet, selbstverständlich gab es Komplettlösungen, Cheats und Tricks und besonders beliebt wurden die Leserbriefe, die immer witzig beantwortet wurden und eine ganze Reihe an running gags produzierten.

Wir wurden nicht die erfolgreichste Computerspielezeitschrift, aber hatten auf jeden Fall Kult-Charakter und eine eingeschworene Fangemeinde. Bald erschien außer dem Amiga Joker noch der PC Joker, dazu Sonderhefte und mit Megablast ein Magazin für Konsolenspiele.

Das führte natürlich zu einer glatteren und professionelleren Produktion und der Geist der Anfangstage, als wir zu sechst alles gemeinsam neu entdeckten, verdünnte sich ein bisschen über die vielen Seiten, die nun jeden Monat gedruckt wurden.

Als Michael mit der ganzen Truppe in ein Gewerbegebiet zog, trennten sich unsere Wege – ich wollte unbedingt in meinem Lädchen bleiben und in Ruhe vor mich hinarbeiten, ohne dass dauernd jemand vorbeischaute.

Vor allem nicht Michael. Wir waren und sind immer noch Freunde, aber wir haben uns auch gestritten, dass die Fetzen flogen. Jede Korrektur war eine kleine Schlacht. Tut mir im Nachhinein ein bisschen leid um die Menschen um uns herum.

Es ließ sich von außen sicher nicht gut erkennen, dass es um die Sache ging und nicht um die Person. Wir haben uns nie gegenseitig beleidigt oder herabgewürdigt. Es ging darum, dass Herr Labiner der Meinung war, gelber Text auf braunem Grund wäre nicht gut zu lesen und Herr Wunderlich der Meinung war, das sei genau der Kontrast, der gut und richtig ist für ein Spiel, das im Wilden Westen handelt.

Nach dem Untergang des Joker-Imperiums haben Michael und ich 2011 einen Podcast gestartet. Der hieß „Labiner und Wunderlich“ und hatte den Untertitel „Zwei alte Säcke streiten sich“. Also, das wäre mein Wunsch-Untertitel gewesen, aber Michael hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Dabei hätte das prächtig gepasst, denn genau das haben wir getan. Gestritten.

Jetzt, wenn ich so darüber nachdenke, dann gab es ein Vorkommnis zu Jokerzeiten, bei dem wir immer noch weit von einem Konsens weg sind.

Zu der Comicfigur des Jokers gesellte sich bald „Brork“. Das war ein Ork, wie aus den Fantasybüchern, mit flacher Stirn, Hauern, Muckis und nicht zu viel Gehirnzellen zwischen den spitzen Ohren.

Auch Brork fand seine Fans und so bekam er einen einseitigen Comic in jeder Ausgabe. Da waren schöne Gags dabei, wie der „Dungeon Master vom Master Dungeon“, seine Berufsanfänge als Keulentester oder die Episode, in der er Robocop in einen prima Rasenmäher umgebaut hat.

Doch die Zeit fehlte und so wurde Brork auf ein klassisches Strip-Format eingeschmolzen. Vier Panels, ein Gag. Und das war schon belastend genug. In jeder Redaktion herrscht der größte Stress kurz vor dem Drucktermin und so konnte es vorkommen, dass ich nur noch zwei oder Stunden hatte, mir eine Pointe aus dem hohlen Zahn zu zaubern und alles zu zeichnen.

Darum bin ich auf den Hypnotiseur noch heute besonders stolz. Ich habe die ersten drei Panels einfach weiß gelassen und malte in das vierte einen Hypnotiseur, der den Lesenden ansprach und sagte „Und jetzt hast Du den Inhalt der ersten drei Panels komplett vergessen!“. Genial. Arbeitssparend und trotzdem witzig.

Fand ich. Michael war der Meinung, dass es der schlechteste aller Brork-Comics war und ich nur zu faul war, mir eine echte Pointe auszudenken.

Das brachte das Fass zum Überlaufen. Seitdem haben wir nie mehr ein Wort miteinander gesprochen!

Nee, stimmt nicht. Gar nicht wahr.

Quellen:

Youtube: Intro: Michael Labiner bei GIGA Teil1 von 2

]]>
Muss man meditieren? [Archiv] https://explikator.de/2026/05/06/muss-man-meditieren/ Wed, 06 May 2026 17:32:04 +0000 https://explikator.de/?p=556 Unterstützende hören diese Episode hier bei Steady oder hier bei Patreon.

Mann, Mann, Mann – wer oder was meditiert heute eigentlich nicht? Ich bin so alt, dass ich getrost behaupten kann: Ich habe schon meditiert, als es noch uncool war 😉 Es stellt sich mittlerweile die Frage: Muss man denn meditieren?

Skript

Ich meditiere ja, wie schon erwähnt, schon ziemlich lang. Ich habe dazu auch schon einen superniederschwelligen Einführungs-Podcast gemacht, der „Impetus“ heißt und bei Audible zu hören ist. Das ist auch schon zehn Jahre her.

Trotzdem erreichen mich zu dem Meditationspodcast immer noch mehr E-Mails als zu jedem anderen, außer der ersten Staffel Explikator.

Und seit ich angefangen habe, ist ja auch viel passiert. Bei mir war das Mitte der Achtziger und Meditieren war das denkbar Uncoolste, was man machen konnte. Klar, hatte einen coolen asiatischen Flair, aber roch sehr streng nach Askese, Versagung und ein bisschen nach religiösem Masochismus.

Damals habe ich zu meinem ersten Sesshin angemeldet, um eine junge Frau zu beeindrucken, die dann aber gar nicht auf dem Kurs war. Da hockte ich dann und wunderte mich, wie man so lange auf der Stelle sitzen kann.

Ich hatte am dritten Tag einen elaborierten Fluchtplan inklusive vorgespielter Krämpfen entworfen. In Wirklichkeit habe ich mich so auf meine Flucht konzentriert, dass ich aus Versehen die ganze Woche geblieben bin.

Und um ganz ehrlich zu sein: Auch das blieb immer gleich. Nach so vielen Sesshins bin ich am Anfang immer halb am Weglaufen. Ein Freund hat einmal gesagt: Auf dem denkbar besten Sesshin oder in der denkbar besten Gruppe fühlt man sich 65 Prozent wohl. Mehr ist Sekte und weniger ist nicht auszuhalten.

Aber jetzt habe ich mich restlos verplappert. Es geht aber um die Frage: „Muss man meditieren?“

Die ist mir in diesen drei einsamen Worten genau so gestellt worden und ich fand das sehr poetisch. Keine Ansprache, keine Abschiedsfloskel in der Mail.

Ich habe dann nur mit einem Wort geantwortet: „Nein“. Das ist im Vergleich antipoetisch.

Aber in Ruhe gelassen hat mich die Frage nicht. Ich wollte unbedingt wissen, was die fragende Person zu eben dieser Frage veranlasst hat. Mindestens eine halbe Stunde habe ich versucht, aufgrund der E-Mail-Adresse auf den Realnamen zu schließen und die Person zu googlen. Ja, ich weiß, das kann man anders machen. Aber nur das kam mir legitimiert vor.

Die Frageperson könnte denken, dass man meditieren muss, weil so viele Promis meditieren, oder? Hugh Jackman meditiert. Tom Hanks. Katy Perry, Lady Gaga, Alicia Keys, Ed Sheeran, Adele. Oprah Winfrey natürlich. Howard Stern. Joe Rogan, der allerdings sowieso alles macht, was nach Selbstoptimierung klingt. Novak Djokovic, Kate Middleton, Ray Dalio. Und viele mehr, die ich nicht kenne – mein Promiwissen ist veraltet.

Man könnte auch sagen, Meditation ist mittlerweile cool. Vielleicht sogar modern. Ich kenne persönlich Puristen, die diese Vorstellung für schrecklich halten. Ich finde es eigentlich prima. Mich stört eher, dass speziell Hollywood hauptsächlich TM betreibt und ich diese Form aus mehreren Gründen überhaupt nicht mag.

Aber die Wahrheit ist: Es gibt nicht den einen, richtigen Weg und warum sollte man nicht aufgrund von Mode zu etwas kommen, was einem wichtig ist?

Allerdings macht Dich Meditation weder reich, attraktiv noch berühmt, es sei denn, Du schummelst. Alle reichen Meditationslehrerinnen lügen, alle, die sich selber „anerkannte Zen-Meisterinnen“ nennen, lügen und wenn die Meditation in Dir den Wunsch auslöst, dass alle gerade Dich kennen sollten, dann machst Du meiner Meinung nach etwas grundfalsch.

Die Frageperson könnte den Wunsch haben, ein spirituelles Leben zu führen. Das spricht mich schon eher an, bloß der Begriff „spirituell“ ist mittlerweile genauso unbrauchbar wie „religiös“. Darum nehme ich persönlich immer gleich den letzteren. Das ist ehrlicher und abschreckender. „Spirituell“ klingt eher nach Preisaufkleber.

Denn das Spirituelle ist auf den ersten Blick vor allem ein guter Markt. Vielversprechendes Geschäftsmodell: Wenig Investition, hohe Marge. Die peinliche Wahrheit ist: Manchmal bin ich den Sahneabschöpfenden sogar neidisch.

Klar bin ich reich, weil ich in dieser europäischen Gesellschaft lebe, aber ich habe meist am Rand der Insolvenz balanciert und nicht immer erfolgreich.

Wenn ich jetzt mit meinen 40 Jahren Meditation angeben würde und behaupten würde, es gäbe eine andere, bessere – eben eine spirituelle Welt? Und dass man so die Missstände im eigenen Leben in den Griff kriegt? Das würde sich besser vermarkten lassen, als diese wirren Monologe des Explikators.

Es gibt aber keine verschiedenen Welten. Das wir dauernd alles akribisch trennen, ist ja irgendwie krankhaft. Geistige und körperliche Welt – so ein Quatsch! Gefühl und Verstand, Religion und Wissenschaft, Physis und Psyche, Bewusstsein und Unbewusstes – als religiöser Mensch möchte ich bemerken, dass es für diese Trennungen keine wissenschaftlichen Belege gibt.

Meditation ist eher: Du bist da, Du hockst vor der Wand, da ist eine Stubenfliege und die Knie tun schon wieder weh.

Oder aber die Frageperson hat ein Problem, dass sie mit der Meditation überwinden will. Das ist wahrscheinlich in den meisten Fällen so. Wenn ich so darüber nachdenke, war das ja sogar bei mir so. Ich wollte dadurch die Tatsache beenden, dass meine romantische Beziehung nur von einer Person ausging.

Das kann schwierig werden. Wenn man ganz spezifische Erwartungen vom Meditieren hat, dann wird man wahrscheinlich enttäuscht. Die Meditation hat selber ihre Schattenseiten, die Meditation kann selber ein Problem werden. Manches kann man nicht alleine bewältigen. Nicht in sich oder nur mit sich ausmachen.

Nicht umsonst haben sich die Modelle in Gruppen, mit Anleitung, in Jahrtausenden durchgesetzt. Eine erfahrene Vermittlung und Gleichgesinnte sind wichtig. Netz und doppelter Boden.

Aber: Ich glaube schon, dass es regelmäßige Meditation stützend wirken kann. Ob der Effekt im Vergleich mit einer anderen, regelmäßigen, täglichen Routine höher oder niedriger ist? Keine Ahnung.

Ganz ehrliches Fazit zur Meditation: Ich gehe davon aus, dass nur ein bestimmter, nicht sehr großer Prozentsatz der Menschen, dazu gebaut ist. Womit das zu tun hat? Keine Ahnung. Ich persönlich würde mich für ungeeignet halten, wenn ich mich kennen würde.

Ich habe in vierzig Jahren auch mehrmals viele Monate am Stück nicht meditiert. Ich habe die Meditation zwischendurch auch für die größte Selbsthypnose von allen gehalten.

Am Ende war ich wieder auf dem Kissen und habe auf die Wand gekuckt. Da war eine Stubenfliege und die Knie taten wieder weh.

Mit ist besser als ohne.

]]>
Die „zweite“ Pilotfolge [Archiv] https://explikator.de/2026/02/01/die-zweite-pilotfolge/ Sun, 01 Feb 2026 19:49:12 +0000 https://explikator.de/?p=168 Unterstützende hören diese Episode hier bei Steady oder hier bei Patreon.

Der Explikator ist zurück! Das freut einige, lässt andere kalt und widert vielleicht sogar manche an. Darum erkläre ich heute, wie es dazu kommen konnte und wie es dieses Mal funktionieren soll.

Skript

Mein Name ist Oliver Wunderlich und ich war am 11. Juni 1982 bei einem Rock-Konzert im Olympiastadion in München. Wir waren über den Zaun geklettert und konnten, unten auf der Bühne, eine winzige Figur zappeln sehen. Das war Mick Jagger. Es war die Abschiedstournee der Rolling Stones. 1982. That’s funny because sie 2026 da wieder spielen wollen.

Abschied ist so 2010er, dass man das heute praktisch nicht mehr macht. Hat sich nicht durchgesetzt. War schon bei Sherlock Holmes eine schlechte Idee.

Clip: Warum ist das wichtig?

Der Explikator war schon einmal da. Zwischen dem 31. Juli 2014 und dem achten August 2017 habe ich 678 Episoden gesendet und mich dann verabschiedet. War ein tolles Ereignis.

Damals habe ich aufgehört, um ein anderes Format zu machen. Mit der Frau Anders entstand dann das Morgenradio, das dann „Anders & Wunderlich“ hieß. Dialog statt Monolog. Das gibt es heute noch.

Dazwischen lagen eine ganze Reihe von Auftragsproduktionen mit gemischten Ergebnissen. Zwei Formate hintereinander haben für Wochen die Audible-Charts getoppt. Das war cool. Das Podcasten habe ich also nie aufgehört.

Clip: Das ist ja schön und gut, aber warum fängst Du jetzt wieder an?

Es gibt zwei Gründe: Erstens: Ich habe auch nie aufgehört, neugierig zu sein. Ich kann mich wie ein Kind dafür begeistern, wie wunderlich die Welt ist. Ich interessiere mich für beinahe alles. Das habe ich dann beim alten Explikator einfach geteilt und siehe da: Das interessiert auch andere Menschen!

Und zweitens: Anfang 2025 ging es mir nicht so toll. Ich hatte mich mit Zynismus infiziert. Der Ursprungsort der Pandemie war Washington, glaube ich. Der Erreger hieß Donald Trump. „Als ob es vorher nicht schon scheiße genug war“, flüstert die zynische Stimme in mir gerade leise.

Eigentlich ist meine gesunde Grundstimmung eine, die der Psychologe Jamil Zaki „hoffnungsvolle Skeptik“ nennt. Denn weil wir aus evolutionären Gründen negative Dinge überbewerten – der negativity bias – verschiebt ein Faktencheck und Hoffnung das Bild in etwas, das die Welt realistischer abbildet.

Ich bin kein Optimist, aber auch kein Pessimist. Genau wie Zynismus verändern diese Einstellungen am Ende nichts. Wird ja sowieso alles toll oder scheiße, muss man ja nichts machen.

Aus beruflichen Gründen muss ich wirklich viele, viele Nachrichten lesen und ich fühle mich total überinformiert. Aber wenn ich dann plötzlich lese – nur so aus dem Augenwinkel beim Scrollen – dass nur 0,6 Prozent aller Delphine Linkshänder sind, dann kann ich nicht anders – dann muss ich alles darüber wissen, was man wissen kann! Woher kommt überhaupt Linksflossigkeit?

Clip: Jetzt aber mal Butter bei die Fische!

Okay. Bevor ich mich entschlossen habe, den Explikator wiederzubeleben, habe ich eine Liste mit möglichen Themen gemacht. Nur um zu sehen, ob es wirklich genug zu berichten gibt. Und, sagen wir’s mal so: Für die ersten drei Monate bin ich gut aufgestellt.

Außer um Delphinen und gekochte Eier wird es um Beethoven gehen, Hänsel und Gretel, Tampons, Michelangelo, Küssen, Lilo & Stitch – bester Disneyfilm aller Zeiten, was ich schlüssig beweisen werde – über Islamistan, das Volk, das nicht zählt, Tolkien, Langeweile, Popel, was Streaming aus dem Geschichtenerzählen macht, über mitochondriale DNA, das Verschlafen, warum Donkey Kong kein Esel ist, oder warum es tatsächlich einen Tag im Jahr gibt, an dem so viele Menschen Sex haben wie an keinem anderen. Das kann ich sogar belegen.

Vielleicht lese ich manchmal eine meiner Geschichten vor oder berichte aus meinem Alltag hier. Ab und zu gibt’s ein Hörspiel oder vielleicht stelle ich eines meiner ungewöhnlichen Geräusche vor, die ich sammele. Und da sind noch einige andere Ideen.

Ich verspreche, es wird nie langweilig und dass ich jeden Werktag – so Göttin will – mit neuen zehn Minuten aufschlagen werde. Ich versuche mein Bestes.

Clip: Sonst noch was? Ich habe noch einen Termin!

Äh. Nein. Das war das Wichtigste. Ach, nee, warte: Ich dachte mir, dieses Mal mache ich das so: Die neuesten Folgen kann jeder hören, aber nach zwei Wochen verschwinden sie aus dem freien Angebot. Auf Explikator.de bleiben dann das Skript und die Links.

Alle Folgen ohne Werbung, die Möglichkeit zu kommentieren und zu diskutieren und noch ein paar andere Dinge gibt es – gegen eine Gebühr – auf Steady oder auf Patreon. Wie findste das? Ist doch fair? Wer will kann immer kostenlos das Neueste hören. Was meinste?

Clip: Das ist mir egal. Ich bin eine KI.

Ja, ist ja auch schon gut. Machen wir für heute einen Deckel drauf! Genug Meta, genug Background. Jetzt geht’s los!

Vielen Dank fürs Zuhören! Beim nächsten Mal geht es dann um die Frage, wie viele Fische man wirklich braucht, um ein Fahrrad zu fahren und ob das wirklich jemand braucht.

]]>