Expl0604: In eigener Sache


Es tut mir leid, dass ich im Moment so ein Durcheinander produziere bei meinen Sendungen. Heute erkläre ich das einmal im Detail, in Ordnung?


Download der Episode hier.
Musik: „Shake For Me (American Mix) (2015)“ von Sasha / CC BY-NC-SA 3.0


In letzter Zeit geht es mit meinen Sendungen ja wild durcheinander. Das tut mir wirklich leid! Echt sorry! Ich bin auch gerade deshalb wirklich dankbar, dass ihr mir trotzdem die Treue haltet, wie ich an den Downloadzahlen ja ganz gut sehen kann. Darum dachte ich, Oliver, alte Radiotante, erklär’ Dich doch einmal!

Begonnen hat das ganze Unheil ja mit der Baustelle gegenüber. Schon vorher war die Audioqualität nicht so richtig dolle, die kleine Wohnung hier ist aus den Fifties und die Straße vor den Fenstern ist richtig laut. Das hat sich so ausgewirkt, dass ich hier auf jede Aufnahme noch einmal einen Filter rechnen lassen musste, damit das nicht zu schlimm rauscht.

Machte aber auch meine Stimme metallischer. Aufmerksame Hörende konnten immer sagen, ob ich die Sendung in München oder in Bobingen aufgenommen habe. Tatsächlich habe ich beim Aufnehmen immer Pausen gemacht, wenn gerade Polizei oder Sankas vorbeisirenten oder aber Sportautos oder Motorradfahrer ihr Ego ausleben wollten. Das war aber gar nicht zu schlimm, das wurde mir beinahe zur zweiten Natur.

Und dann kam Therese. So heißt die Baustelle. Oder genauer: Die entstehenden Wohnprojekte gegenüber. Dieser Brennpunkt der Gentrifizierung in diesem, meinem Viertel, der Maxvorstadt. Ein Viertel, dass so gründlich zerbombt wurde, dass ich eigentlich dachte, dass würde sich nie gentrifizieren lassen.

Es gab wirklich Tage am Stück in denen von morgens bis abends Lastwagen mit Betonmischern vor meinem Haus geparkt haben, bevor sie endlich Einlass auf die Baustelle bekommen haben. Da war an Aufnehmen nicht zu denken.

Aber gut, irgendwie habe ich’s ja immer so einigermaßen hingekriegt. Doch dann kam noch etwas anderes hinzu. Vor anderthalb Jahren habe ich – fast auf den Tag – ja meine Freundin kennen gelernt, die Ellen. Die wohnt nicht in der Maxvorstadt. Nicht einmal in München. Sondern in Bobingen. Das liegt ca. 10 Minuten südlich von Augsburg.

Da ist es auch schön ruhig und bald habe ich den Löwenanteil der Sendungen dort im Keller aufgenommen. Mit einem zweiten Setup und einer zweiten selbstgebastelten Sprechkabine. Das war sehr viel einfacher und sehr viel besser in der Audioqualität.

Und jetzt haben wir uns vorgenommen, komplett zusammen zu ziehen. Indem ich aus meiner geliebten Maxvorstadt wegziehe und in einen Vorort von Augsburg einziehe. Keine leichte Entscheidung, kann ich euch sagen.

Obwohl es natürlich viele Vorteile bietet. Nicht nur wegen der Soundqualität, sonder hauptsächlich wegen dieser Frau namens Ellen. Und wegen der Hunde und den Katzen, die irgendwie jetzt auch meine Hunde und Katzen sind. Meerschweine hat’s auch noch, aber deren Namen vergesse ich immer. Ich nenne sie Dick und Doof. Aber nicht weitersagen. Und Fische auch noch, die sollte ich nicht vergessen…

In nicht einmal drei Wochen steht dann also der Umzug an, mein Mietvertrag läuft Ende März aus. Ich werde also das Setup hier mitnehmen und dann nur noch aus Bobingen senden. Das hier ist die vorletzte Sendung aus der kleinen Wohnung in der Theresienstraße. Die irgendwie meine neue Freiheit war und auf der anderen Seite aber auch meine Mönchszelle.

Das Nicht-Alleine-Leben liegt mir doch viel mehr. Ist zwar manchmal auch anstrengend, klar, hier muss ich keinem meine Pläne erklären, aber summa summarum eine wirklich tolle Sache.

Wenn sich dann also der aufgewirbelte Staub wieder gesenkt hat, werde ich hoffentlich bald wieder ganz normal weitersenden und wir tun dann so, als ob es diese Unregelmäßigkeiten nie gegeben hätte, ausgemacht?

Für dieses Jahr, so viel ist schon einmal ganz sicher, wird es auf jeden Fall noch zwei, drei Überraschungen für alle Hörenden geben, das kann ich schon einmal versprechen.

Ich werde das Format im Sommer, zu meinem dreijährigen Jubiläum, verändern. Um euch auch einmal etwas Abwechslung zu bieten. Vielleicht wird diese Änderung auch eine ganz andere Sendung, das habe ich noch nicht wirklich ausgeknobelt.

Auf jeden Fall noch einmal vielen Dank für eure Treue und eure Geduld mit mir und dem ganzen Durcheinander. Ich weiß, wie nervig das ist, wenn man sich so eine Sendung angewöhnt hat und dieses Ritual dauernd durchbrochen wird.

In all der Zeit bisher habe ich es nie richtig hinbekommen, auch nur ein oder zwei Sendungen vorzuproduzieren. Weil ich das auch nicht wirklich will. Und das ist dann halt die Schattenseite…

Zum Abschluss noch einmal vielen Dank, auch an die zahlreichen Unterstützer auf Patreon, auf Flattr, mit PayPal oder aber mit Direktüberweisungen. Die 200 Euro, die da so im Monat zusammen kommen, helfen schon deutlich. Und belegen auch, dass euch das irgendwie Spaß macht, was ich hier so produziere…

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